Was dein Nacken dir sagen will.
Anspannungen verstehen und loslassen.
Der Tag war lang, du sitzt viel vor dem Computer oder arbeitest viel im Stehen und mit deinen Armen und am Abend merkst du: der Nacken ist fest, die Schultern ziehen, der Kopf ist schwer oder schmerzt.
Verspannungen gehören für viele von uns zum Alltag. Doch dein Körper möchte dir mit dieser Verspannung etwas sagen und du kannst lernen seine Sprache zu verstehen.
Wenn der Körper im Funktionsmodus bleibt
Verspannungen entstehen nicht nur durch Fehlhaltungen, sondern auch durch innere Anspannung.
Wenn du lange im „Funktionsmodus“ bist, also in der Aktivität deines Sympathikus, dem Teil des Nervensystems, der für Stress zuständig ist, bleibt auch dein Körper im Bereitschaftsmodus.
Selbst wenn du längst zuhause bist, sendet dein Körper weiterhin das Signal: Achtung, aktiv bleiben!
Deine Muskeln entspannen nicht vollständig, so auch in dem Bereich deines Nacken und Schultern.
Die emotionale Bedeutung hinter Nackenverspannungen
Dein Nacken und deine Schultern tragen oftmals die Last des Alltags. Wie Verantwortung, Sorgen, Gedanken, die du nicht loslassen kannst und sich als Verspannungen in diesen Bereichen zeigen können.
Auch Emotionen und alte Erfahrungen speichern sich im Körper ab und können mitverantwortlich für eine angespannte Muskulatur sein.
Vielleicht sitzt dir etwas „im Nacken“, das du schon lange mitträgst.
Oft sind diese körperlichen Spannungen ein Zeichen: Etwas in dir möchte gesehen werden.
Drei einfache Übungen für mehr Leichtigkeit
Ich habe hierzu 3 Übungen für dich zusammengestellt, um Spannungen zu lösen, deine optimalere Haltung und besser zu verstehen, was dich überhaupt angespannt macht.
Sanfte Nacken-Dehnung
Setze dich aufrecht hin, die Füße stabil am Boden.
Lass dein rechtes Ohr langsam zur rechten Schulter sinken, die linke Schulter bleibt entspannt.
Atme tief in die linke Seite deines Nackens hinein. Spüre die sanfte Dehnung (kein Schmerz!).
Spüre, wie mit jeder Ausatmung Spannung abfließt.
Frag dich: Wo versteife ich mich gerade zu sehr? Wo halse ich mir zu viel auf? Was darf ich loslassen, dass mir Stress macht? Lass alles da sein, was da kommt. Ganz neutral. Ohne Bewertung.
Seite wechseln. Schreibe dir alles auf, was dir in den Sinn gekommen ist.
Shoulder Shrugs
3 Bewegungen zur Stärkung des oberen Rückens und Brustöffnung.
Sitze oder stehe aufrecht.
1. Bewegung: Einatmung: Lasse die Arme entspannt nach unten hängen. Bringe Weite mit deiner Atmung in den oberen Rücken. Atem halten: Ziehe die die Schultern gerade nach oben, dann nach hinten. (Wenn du schwanger bist, KEIN Atem anhalten). Ausatmung: Schultern nach unten ziehen (weg von den Ohren). Arme sind die ganze Zeit entspannt.
2. Bewegung: Einatmung: Bring Weite in den oberen Rücken. Ausatmung: Ziehe die mittleren Schulterblätter gerade zusammen und nach unten. Arme sind nach wie vor entspannt.
3. Bewegung: Einatmung: Bring wieder Weite in den oberen Rücken. Ausatmung: Ziehe die untersten Schulterblattspitzen zusammen. Ziehe dabei auch deine Ellbogen, mit abgewinkelten Armen, rückseitig zusammen. Das Ganze zweimal machen.
Atemübung
“Beruhige dein System”
Setze dich aufrecht hin oder lege dich bequem hin. Schließe, wenn du magst, sanft die Augen.
Atme durch die Nase ein und zähle dabei langsam bis 4.
Atme durch den leicht geöffneten Mund aus und zähle dabei bis 6 oder 7. (Die Ausatmung ist länger als die Einatmung, das ist der Schlüssel!)
Wiederhole diesen Rhythmus 8–10 Atemzüge lang. Spüre, wie mit jeder Ausatmung etwas von dir abfällt. Schultern sinken, Kiefer entspannt sich, der Nacken wird weicher.
Wenn du magst: Lege eine Hand auf dein Herz und eine auf deinen Bauch, um den Atem besser zu spüren.
Du kannst alle Übungen auch leicht während deiner Arbeit machen. Nimm dir einfach 10 Minuten Zeit für dich und deinen Nacken.





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